Herbst 2010

Am 16.09. soll es losgehen. Wir hoffen, dass uns das Wetter gut gesonnen ist.
Leider musste die Reise auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

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Heimreise

26.04.
Vom letzten Tag ist nicht mehr viel zu sagen. Morgens aufstehen wie immer. Dann sind wir zum Autovermieter gefahren und waren erstaunt, wie schnell und unkompliziert die Rückgabe des Autos ablief. Hingehen, Auto abstellen, leerräumen, da kam auch schon ein Mitarbeiter vom Vermieter, schaute kurz in den Wagen, gab uns einen Beleg und das war’s dann auch schon. Ein Shuttle-Bus brachte uns zum Flughafen. Leider zum falschen Terminal, denn ich dachte, wir müssten zum Lufthansaschalter in Terminal 1, doch da wir zunächst mit einer Maschine der United Airlines flogen, mussten wir natürlich dort einchecken, also stand uns ein ordentlicher Spaziergang bevor, denn die waren an Terminal 7. Nach zwanzig Minuten Marsch und einer recht kurzen Wartezeit waren wir unsere Koffer los und konnten entspannt auf das Einchecken warten.
Nach einem zweistündigen Flug sind wir dann in Denver umgestiegen und kamen noch recht wach neun Stunden später in Frankfurt an.
Und da hatten wir auch noch Glück, ein bisschen hetzen zum Bahnhof und als wir ankamen stand da schon unser Zug nach Kassel. Ein Abteil war ab Mannheim reserviert, aber leer und so konnten wir ganz bequem unsere Koffer verstauen und die Bahnfahrt nach Kassel genießen.
Nun hatten wir es endlich geschafft, neun Tage nach unserer eigentlichen Ankunft.

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Von Beatty durchs Death Valley zurück nach L.A.

25.04.
Die Sonne hat uns in der Frühe schon geweckt. So warm war es schon lange nicht mehr, wie an diesem Morgen. Ein „Hungry Man Breakfast“ hat dann unsere Lebensgeister wieder voll auf Vordermann gebracht. Ein kleines Spielchen als Nachtisch, hätte aus einem Dollar vier machen können, wenn unsere Spielleidenschaft uns nicht den letzten Cent dieses Dollars gekostet hätte.
Dann sind wir der Nase des Navis gefolgt und gen L.A. gefahren. Die Spur führte direkt ins Death Valley, diesmal quer durch von Ost nach West. Diesen Weg sind wir noch nie gefahren, womit wir jetzt so fast jede (fahrbare) Straße im Valley gefahren sind. Also zunächst Berg hoch, dann Berg runter hinein ins D.V. Von 1600m bis 40m unter NN. Vorbei an den ausgetrockneten Salzseen, die bei dieser zweiten Durchquerung in diesem Urlaub noch weißer, noch größer aussahen. Dann weiter zu den Big Dunes, riesigen Sand-Dünen am Grunde des D.V. Wir haben uns gewundert, wie in dieser Dürre und dieser Hitze noch Pflanzen existieren können. Die Blüten der meisten Büsche waren schon verblüht und es begannen die Früchte zu reifen, kleine grüne Beeren, noch von weißem Flaum geschützt.
Das Navi schickte uns mal nach Süden, mal nach Westen, mal nach Osten, aber wohl mit System, denn die angezeigte Entfernung nach L.A. wurde immer kleiner. Auch nach Verlassen des Valleys sahen wir auf den Seiten der Straße immer wieder weiße ausgetrocknete Salzseen, die Landschaftsform hatte sich kaum geändert, so dass wir uns noch immer im D.V. wähnten.
Aber je näher wir der Küste kamen, umso mehr änderten sich die Pflanzen und die Landschaft. Es wurde ein bisschen grüner, wir sahen wieder Palmen, aber die Temperatur wurde wieder etwas niedriger, sie fiel von mind. 30° auf etwa 15° an der Küste. So erreichten wir gegen 16 Uhr unser Ziel, Redondo Beach, an dem wir unserer zweiten Urlaub begonnen hatten.
Vertraute Häuser, vertrauter Strand, aber die Sonne verschwand bald hinter den Wolken. Ein anderes Motel haben wir am (hoffentlich) Ende unseres Urlaubs gebucht, wir sind im „Pacific Coast Inn“ untergekommen, etwas näher am Pier.
Und so führte uns auch unser erster Weg wieder an den Pier zu dem kleinen Mex. Imbiss zu einem wunderbaren Krabbencocktail.
Und für morgen hoffen wir auf einen guten Rückflug.
Bilder aus dem Death Valley und Redondo Beach

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Von Bishop nach Beatty
Ubehebe Crater und Scotty’s Castle

24.04.
Heute sind wir mal besonders früh aufgestanden, weil es nur bis neun Uhr Frühstück gab, Waffel, Obst, diverse Gebäckstückchen, Ei und Cornflakes. Erstaunlich früh sind wir deshalb losgekommen. Erstes Ziel war Bigpine, von dort sind wir dem Wegweiser „Scotty’s Castle“ im Death Valley gefolgt. Zuerst eine gute, wenn auch schmale geteerte Straße, dann hörte der Asphalt direkt am nördlichen Eingang zum Death Valley auf und wir sind die letzten 50 Meilen auf Schotter gefahren. Ein Golf auf der Gegenfahrbahn, liegengeblieben mit Plattem machte da nicht besonders Mut. Die Landschaft dagegen war wie schon so oft grandios. Durch schmale Schluchten führte der Weg, rechts und links der Straße hohe zerklüftete Felshänge, durch weite Täler, durch einen Wald aus Yoshua-Trees, unwahrscheinlich abwechslungsreiche Fels- und Talformationen. Wir haben oft angehalten, um ein Foto zu schießen oder einfach nur um zu schauen. Die Route führte bergauf und bergab, unser höchster Punkt lag bei etwa 2350m der tiefste unter 800m.
Meist holperte der Wagen nur wenig, manchmal mochte man nicht einmal mehr fahren, weil die Straße einem überdimensionalen Waschbrett glich. Jeder Hoppel schien den Wagen zu zerreißen, der Magen verdaute nur durch das Gehoppel auf der Straße. Aber alles geht mal vorbei und an der Abzweigung Scotty’s Castle Ubehebe Crater kamen wir auf eine absolut neue asphaltierte Straße.
Noch einige Kilometer und wir standen auf auf einem kleinen Parkplatz am Rande des Kraters. Dieser Aussichtspunkt ist gerade erst im Entstehen. In einigen Wochen wird er wohl fertig sein.
Der Ubehebe Crater ist ein Maar, das ca. einen Kilometer Durchmesser hat, 230 Meter tief und rund 6.000–7.000 Jahre alt ist. Dies lässt sich aus archäologischen Funden bestimmen. „Ubehebe“ ist ein indianisches Wort und bedeutet „Großer Korb im Fels“. Der Krater entstand, als heißes Magma in die Nähe der Erdoberfläche vordrang und das Grundwasser dadurch explosionsartig verdampfte. Derartige phreatomagmatische Explosionen ereigneten sich in der Umgebung häufiger, der Ubehebe Crater ist hierfür jedoch das auffallendste Beispiel (Wikipedia).
Neben dem Krater gibt es noch einige weitere Krater derselben Art, einer heißt „Little Hebe“. Die Wände des Kraters sind aus unterschiedlichen Gesteinen gestaltet. Die eine Seite sieht aus wie ein riegiger Aschehaufen, die andere erscheint recht massiv aus gelb bis rotem Gestein. Am Grund ist bei allen ein kleiner Sandsee.
Nun auf neuem Asphalt war es nur ein kleiner Weg bis zu „Scotty’s Castle“. Walter Scott war ein ewiger Herumtreiber. Nach zahlreichen Jobs in der Gegend reiste er ab 1890 12 Jahre lang mit Buffalo Bills Cody’s Wild West Show als Stuntreiter um die Welt. Er überzeugte mehrere reiche Businessleute, Geld in seine (imaginäre) Goldmine im Death Valley zu investieren, die – so sagte er – Millionen wert sei, unter anderem auch Albert Mussey Johnson, mit dem ihn eine innige Freundschaft verband. Dieser fand den „Betrug“ bei einem Besuch zwar heraus, was aber ihrer Freundschaft keinen Abbruch tat. Da seine Frau Bessie diese Gegend und das Klima so gut fand, erwarb er den Boden und lies hier das Anwesen ab 1922 erbauen. Seinen Namen erhielt es von Scott, seinem Verwalter, da Johnson nach außen hin nicht in Erscheinung treten wollte.
Heute ist das Castle im Besitz der National Park Service und ist ein attraktiver Anziehungspunkt im nördlichen Teil des Death Valleys und wird jährlich von ca. 100.000 Menschen besucht.
Das Innere ist prachtvoll ausgestattet, meist im spanischen Stil gehalten, und noch komplett original aus der Erbauungszeit erhalten. Eine ausführliche Beschreibung findet man unter Scotty’s Castle.
Nach der sehr informativen Führung sind wir weiter bis zum etwa 80mi entfernten Beatty, das schon am Beginn unserer Reise ein Etappenziel war.
Wir sind wieder im 6-Motel untergekommen. Abendgegessen haben wir im danebenliegenden Casino und gelernt, wie man am besten spielt – und gewinnt.
Tip: Hinsetzen einen Dollarschein in einen 1-Cent-Automaten einschieben, ein, zwei Spiele riskieren, auf die Bedienung warten, ein Bier bestellen, noch ein oder zwei Cent riskieren bis das Bier kommt, dann den „Gewinn“ auszahlen lassen, das Bier austrinken, den Automaten wechseln, Bon einschieben…..
Für Unwissende, beim Spielen wird man durch Freigetränke bei Laune gehalten!!!
Bilder vom Death Valley, Ubehebe Crater und Scotty’s Castle

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Ubehebe Crater und Scotty’s Castle

Von Virginia City nach Bishop

23.04.
Schon früh am Morgen schien die Sonne. Der Schnee glänzte strahlend weiß und das diesige Wetter von gestern war wie vergessen. Ein kleines Frühstück im Haus und wir sind dann gen Süden gefahren. Carson City lag auf unserem Weg, machte aber keinen so recht interessanten Eindruck, wie wir es zunächst erwartet hatten.
In Carson City, das etwas tiefer gelegen ist als Virginia City säumten schon blühende Kirsch- und Mandelbäume die Straßen. Die Bäume waren teilweise schon gut ausgetrieben, hier hatte der Frühling schon deutlich begonnen.
Zunächst ging es hinauf auf 2.300m Höhe über den Devils Pass. Schneebedeckte Berge um uns herum, sonnendurchflutet, einfach grandios. Zwischen den Bergen fuhren wir durch weite Hochtäler, selten unter 2.000m. Sage-Büsche bedeckten den Boden, leicht kann man sie mit Lavendel verwechseln, bis man an zerbröselten Blättern riecht. Dann unterscheidet sich der Geruch deutlich, Sage riecht etwas bitter, aber nicht unangenehm.
Nach dem Devils-Pass ging es zunächst etwas bergab, nur um dann bis zum Conway-Pass noch mal auf fast 2.500m emporzusteigen. Von hier ging es dann bergab. Etwa zwanzig Meilen vor dem Mono Lake haben wir den Abzweig von Body gefunden, an dem wir das letzte Mal über eine zehn Meilen lange Schotterpiste das Ghost-Town besucht haben. Diesmal haben wir au die Schotterpiste verzichtet. Kurz vor dem Mono-Lake gibt es einen wunderschönen Aussichtspunkt über den See und das Tal, in dem er liegt.
Sein Wasserspiegel ist zurzeit recht hoch. Einige Uferbereiche sind noch feucht, aber an einigen Stellen kann man auf Bretterstegen gut bis fast ans Ufer kommen. Der See gehört zu den ältesten Seen des amerikanischen Kontinentes. Er ist durch vulkanische Tätigkeit stark geprägt. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, die jüngste ist erst etwa vor 300 Jahren durch einen Vulkanausbruch entstanden, die ältere schon vor über 13.000 Jahren. Der See lag damals etwa 150m tiefer als heute. Der eigentliche Ursprung des Sees liegt in der Verschiebung und Faltung der Erdoberfläche von einigen Millionen Jahren.
Heute hat er eine Ausdehnung von etwa 20km (Ost-West) und 15km (Nord-Süd). Sein Wasser hat einen hohen Salzgehalt (Carbonate) und in Verbindung mit dem Calzium aus den Frischwasserzuflüssen bildet sich Calziumcarbonat (Tufa, wie es hier genannt wird), die dann die ganz charakteristischen Säulen im und am Rand des Sees bilden. Viele sind einige hundert Jahre alt, das Alter der ältesten datiert man auf 13.000 Jahre.
Durch den Wasserbedarf von Los Angeles, die ihr Aquädukt-System bis in das Mono-Becken ausgedehnt haben wurde so viel Oberflächenwasser abgeleitet, dass der Zufluss geringer wurde als der Wasserverlust durch Verdunstung. Dadurch sank sein Wasserspiegel seit 1941 stetig. Durch entsprechende Maßnahmen wurde das weitere Sinken des Sees verhindert.
Da sein Salzgehalt so groß ist können keine Fische in ihm existieren, nur einige von speziell angepassten kleinen Krebsen und eine Art Alge können dort existieren. Die wiederum sind Nahrungsgrundlage von Millionen von Vögeln, die hier einen längeren Zeitraum im Sommer leben.
Sieht man von der höher gelegenen Straße auf den See, könnte man glauben, am Meer zu sein, so grünlich schimmert das Wasser.
Noch einige Meilen weiter und wir haben unser Tagesziel in Bishop erreicht. Ca. 1200m hoch, umgeben von schneebedeckten Bergen, ein idyllisches Bild. Und auch angenehm warm. Ein Hotel zu finden war nicht ganz leicht, da morgen die Angelsaison beginnt und hunderte von Anglern die Straßen und natürlich auch die Hotels bevölkern. Wo die eigentlich hier alle angeln wollen, wir haben es nicht erfahren. Schon im Laufe des Tages haben wir uns über die Menge der Angelboote gewundert, die auf Anhängern gezogen wurden. Ein See kurz nach Virginia City war umringt von Booten und entsprechendem „Anglerpersonal“.
Abendgegessen haben wir bei einem Chinesen, Imperial-Menü, Wontong-Suppe, Frühlingsrolle, gegrillte Krappe, BBQ-Rips, als Hauptspeise dann Garnelen mit Reis. Dazu gab’s grünen Tee und Wasser. Sehr lecker und reichlich.
Bilder von Virginia City und Mono Lake

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Von S.F nach Virginia City
oder durch Eis und Schnee

22.04.
Unser Frühstück haben wir in einem kleinen Imbiss eingenommen, Pancakes und Ei mit Speck. Gut gestärkt sind wir zunächst in S.F. durch die Crooke-Dest-Street gefahren. Danach durch die Skyline der Innenstadt. Das Navi meinte mal links, keinen Meter weiter „Neu berechnen“ und dann links. Nichtsdestotrotz haben wir es irgendwann dank hervorragender Navigationsleistung geschafft die I-80 in Richtung Reno zu finden.
Auf unserer Suche aus der Stadt heraus sind wir an einer riesigen Kathedrale vorbeigekommen, Peter and Paul. In einer Mischung aus gothischen, Barocken und diversen anderen Stilen erbaut, erschien sie hunderte von Jahren alt. Innen ist sie prächtig ausgestattet und steht keiner unseren alten Dome nach. Prächtige Säulen, kunstvoll verziert, sehr fest und stabil aussehend. Klopft man jedoch an die Säulen, klingt es hohl, Holzbau. Trotzdem ist ein innen wie außen ein sehr prachtvolles Gebäude.
Kaum merklich ging es bergauf, die Vegetation änderte sich, die Palmen wichen den Kiefern, Redwoods und Eichen es wurde kühler.
Reno haben wir gegen vierzehn Uhr erreicht. Der erste Blick in die Stadt war nicht so, dass wir dort Pause machen wollten. Beim Vorbeifahren änderte sich der Eindruck allerdings ein bisschen in „Klein-Las-Vegas“, aber da waren wir schon wieder fast auf der Autobahn.
Dann „das kann doch kein Schnee sein?!“ Es war seit langem wieder Schnee am Wegesrand. Anfangs nur vereinzelt in geschützten Lagen, dann immer öfter bis wir durch eine Landschaft mit fast komplett geschlossener Schneedecke gefahren sind. Wir haben uns fast wieder an den Anfang der Tour versetzt gefühlt, nur saßen wir nun gut gewärmt im Auto.
Weiter führte uns der Weg über den Donner Pass bis in über 2.200m Höhe. Ein bisschen verunsicherten uns da schon die breiten Standstreifen an der Autobahn, mehr noch die Schilder „Only Stop for Installation of Chains“ (nur zum montieren der Schneeketten). Oder dann „If Light flashs, use Chains“. Das Wetter entwickelte sich zusehends in diese Richtung. Der Schnee am Straßenrand sah auch nicht mehr aus, als ob er schon den Winter gesehen hätte. Ein Schneepflug kam uns entgegen und der Gedanke, dass wir bereits am Pazifik Schneepflüge gesehen haben, die Sand geschoben haben, beruhigte nicht wirklich.
Aber nun denn weiter gen Virginia City, wo wir gegen sechszehn Uhr im Schneetreiben ankamen.
Viele der Läden waren geschlossen, die meisten Autos hatten Schneeberge auf Dach und Kühler. Wir suchten ein Hotel, keines wollten wir so recht, bis wir in den danach folgenden Ort Goldhill kamen, sahen wir eines das uns auf Anhieb sympathisch vorkam, das Gold-Hill-Hotel, so recht wie aus einem Western entsprungen. In der Rezeption hingen Bilder von Little Joe und Hoss und eine Karte, die wir noch aus der Serie Bonanza kannten. Unser Zimmer warm und gemütlich im Obergeschoss mit Blick auf ein schneebedecktes Dach und weiter in den Dunst war richtig heimelig.
Anschließend noch ein kleiner Gang durch den Ort, vorbei an einer typischen Westernkulisse brachte Erinnerungen wieder an unseren vorigen Besuch im Oktober 2005, warmes Wetter, T-Shirt, viel Leben in der Straße, an nichts dergleichen war heute zu denken. Schnee auf den Gehwegen, Schnee von oben und Temperaturen um Null Grad und kaum einer auf der Straße. Unser Spieltrieb hat uns wieder einmal an die Automaten getrieben. Fünf Dollar Einsatz, ein Spielchen um fünf Cent, brachte uns als Spitze 10$ Gewinn, aber am Ende war alles wieder weg. Der Traum von den 10 Mio. war ausgeträumt, das Verständnis für die Spielsüchtigen ein bisschen größer.
Beim vorabendlichen Biereinkauf sagte mir die Verkäuferin, sie hätten Schnee durchgehend seit September, so langsam würde es ihr auch genug sein.
Abendessen gab’s im Hotel, ein hervorragendes Ribeye-Steak mit Kartoffel-Gratin und einer Broccoli-Creme-Suppe.
Bilder von San Francisco nach Virginia City

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oder durch Eis und Schnee

Von Big Sur nach San Francisco, Alcatraz

21.04.
Regen, trüb und windig war der erste Eindruck des Morgens. Und so blieb es auch bis kurz vor San Francisco. Die CA-1 an der Küste nordwärts ist einfach grandios. Wie gestern wechselten steile Klippen mit flacheren Abschnitten. Rechts der Straße war eine Landschaft wie in den Voralpen, grüne Grasflächen und flache Gewächse, Ginster, Wacholder und andere kleine Büsche. Hin und wieder überragte das ganze eine abgeblühte Agavenblüte den Rest. In den Ebenen wurde sehr intensiv Landwirtschaft betrieben. Erdbeeren- und Artischockenfelder säumten die Straßen und wurden gerade geerntet. Viele Felder, soweit der Blick reichte, waren gerade frisch bestellt. Bewässerungsanlagen schon aufgebaut und warteten auf ihre Nutzung.
Vor der Küste standen einzelne Felsen in der Brandung. Die Gischt spritzte meterhoch, an manchen Stellen war das Wasser auf eine Breite von fünfzig bis hundert Metern ins Meer hinein eine weiße tosende Masse. Die Wellen brachen sich mit Brechern nicht selten höher als zehn Meter.
Und dazwischen auf einer ruhigen Stelle am Strand lagen hunderte von Robben und sonnten sich gemütlich in der Sonne.
Kurz vor S.F. klarte das Wetter auf und wir erreichten die goldene Stadt gegen Mittag im Sonnenschein.
Unser Ziel war unser Hotel aus 2005 in der Lombard Street, die Travelodge. Ein Zimmer war schnell gebucht, eingeräumt und dann sind wir zu Fuß abwärts zum Pier 39 gewandert. Der ist eines der Touristenzentren der Stadt mit vielen Restaurants, Andenkenläden, Fotohändlern, die alles von der billigsten Kamera bis zum Spitzenobjektiv und jedes nur erdenkliche Zubehör. Ganz billig angepriesen, aber oft zum stark überteuerten Preis. Ein Bummel wert ist dieser Pier allemal. Vorn am Ende aalen sich immer noch die Robben wie auch schon bei unserem letzten Besuch auf den gleichen, scheinbar nur für sie aufgebauten Flößen.
An einem der Imbissbuden haben wir ein Krabbencombo mit gegrillten Krabben und Tintenfischstücken gegessen und wurden sofort von Möwen umschwärmt. Keine Armlänge weit saßen sie und zankten sich lautstark um jeden Bissen, der abfiel. Immer wieder gierig auf den Teller äugend, ob sich wohl ein kurzer erfolgversprechender Sturzflug lohnen könne.
Weiter an den Piers entlang zu Nr. 33. Von dort fahren die Schiffe nach Alcatraz ab. 1775 wurde die Insel von Juan Manuel de Ayala entdeckt und für Mexiko in Besitz genommen, ihren Namen erhielt die Insel als Isla de los Alcatraces („Tölpel-Insel“). 1846 kaufte John Charles Fremont, der militärische Gouverneur Kaliforniens, Alcatraz der mexikanischen Regierung vom vorigen Besitzer Francis Temple zum Preis von 5.000 Dollar für die Vereinigten Staaten ab.
Ursprünglich als Festung zur Seeverteidigung gebaut, diente es von 1853 bis 1903 zunächst als Kriegsgefangenenlager, dann ab 1861 als Gefängnis. Das Salzwasser hatte es in der Zeit so marode gemacht, dass es geschlossen werden musste. 1933 wurde es als Bundesgefängnis umgebaut und diente ab 1934 als Gefängnis für Schwerverbrecher. Das kalte Wasser der Bucht von S.F. und die tückischen Strömungen verhinderten jeden Fluchtversuch. Zahlreiche bekannte Kriminelle, wie Al Capone (1934–1939), Robert Franklin Stroud (1942–1959), Machine Gun Kelly (1934–1951) und Alvin „Creepy“ Karpis (1936–1962) waren hier eingesperrt bis 1963 das Gefängnis geschlossen wurde. Die Zellen waren nur 1,5m breit, 2,7m lang und ebenso hoch. Sie waren ausgestattet mit Bett, einem kleinen Wandtisch und einem an der Wand befestigten Stuhl, einer Toilette und einem Waschbecken. Drei Betonwände und eine Gittertür begrenzten sie Beweglichkeit der Insassen. Hofgang, Teilnahme am Arbeitsprogramm waren Sondervergünstigungen, allerdings konnte man bei guter Führung auch Bücher, Zeitschriften ausleihen oder sogar auf diese Weise an einem Fernstudium teilnehmen. Andererseits konnte man auch bei Verfehlungen in Dunkelzellen, genauso groß, aber mit einer lichtdichten Tür verlegt werden. Ein recht bedrückendes Gefühl beschleicht einen, wenn man so durch den Zellentrakt wandert. In den Jahren des Betriebs wurden nur 14 Fluchtversuche gezählt, und nur einer könnte möglicherweise erfolgreich gewesen sein, weil man von diesen Häftlingen nie wieder etwas gehört hat, vielleicht sind sie aber auch nur auf der Flucht in der Bay ertrunken.
Mehr über A.
Von Alcatraz hat man einen hervorragenden Blick auf die Silhouette der Stadt.
Nach dem Besuch von Alcatraz sind wir die Stokton Street hinauf gewandert, vorbei an der Cable-Car Strecke vorbei bis zur Lombard Street und dann den Abschnitt Crooke-Dest-Street hinauf und wieder über die Lombard St. hinab zu unserem Hotel. Die C-D-S ist eine ganz niedlich gestaltete Straße, die in S-Kurven aufwärts führt. Die Schleifen sind komplett mit Blumen bepflanzt. Von oben hat man einen hervorragenden Blick nach Alcatraz, der Bay-Bridge und die umliegenden Stadtteile.
Beim Abendessen bei einem Japaner nebenan haben wir uns redlich bemüht, mit Stäbchen eine Suppe, Salat, gegrilltes Huhn und Reis in uns hinein zu stopfen.
Bilder von San Francisco und Alcatraz

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Von Redondo Beach bis Big Sur

20.04.
Nach einem kleinen Frühstück im Bristol Mart sind wir gen Norden gefahren. Zuerst durch den Moloch L.A. dann auf der 101 nach Norden. Bei Morro Bay sind wir dann an die Küste gekommen. Von da an wurde die Landschaft immer atemberaubender. Steile Felsklippen wechselten mit flacheren Stränden, mächtige Wellen schlugen hohe Gischtwolken, einfach grandios und beeindruckend. Bei San Simeon sahen wir ein Hinweisschild auf das sagenumwobene Hearst Castle. William Randolph Hearst (1863 – 1951) war ein vielseitig interessierter Mann, der eines der größten Medienimperien erschuf, fast 100 Spielfilme in seinen Studios produzierte und acht Radiostationen betrieb.
Das Castle baute er mit seiner Architektin von 1919 bis 1947 in einem etwas 30.000ha großen Grundstück. Hundertzehn Zimmer im Haupthaus, zwei Pools mit Wettkampfmaßen, umgeben von vielen großen Gästehäusern mit ebenfalls mindestens zehn Zimmern, einem parkähnlichen Garten um und zwischen den Häusern das ist H.C. Die Zufahrt ist acht Kilometer lang und führt von Meereshöhe auf ca. 400m empor. Man hat von oben einen grandiosen Ausblick aufs Meer, seinen Privatflugplatz und nach Norden und Süden einen weiten Blick ins Land.
Seine unglaubliche Sammelwut, sein besonderes Interesse an allem mediterranen führte zu einer unglaublichen Vielfalt in der Ausstattung der Häuser und der Räume. Sein Wohnhaus ähnelt im Äußeren einer Kirche, im Inneren findet man unter anderem einen Rittersaal, in einigen Räumen an den Wänden Kirchengestühl aus dem 15. Und 16. Jahrhundert, Kopien von Wandteppichen, deren Originale u.a. im Louvre und den venezianischen Palästen zu finden sind oder Kopien von Ölgemälden bekannter Künstler als Wandteppich. Marmorfiguren aus den griechischen Sagen um die Schwimmbäder und im Garten. Kunstgegenstände überwiegend aus Auktionen bei Sothebys.
Die Vielfalt der Stile zieht sich durch alle Räume. Nicht sortiert, sondern bewusst vermischt, ein geniales Chaos. Er hat keine Stilrichtung beachtet, sondern allem seinen eigenen Stil aufgedrückt.
Nach der fast zwei stündigen Führung sind wir weiter an der Küstenstraße A1 nach Norden gefahren. In Nebel und hier bekamen wir unseren ersten Regentag seit Beginn unserer Fahrt. Ein Glück, dass wir ein Dach über dem Kopf hatten.
Viele Kurven weiter haben wir dann unsere Bleibe für die Nacht in Big Sur im „Big Sur River“ Inn ca. 170mi vor San Francisco gefunden.
Auf der Fahrt wurde es zunächst neblig, dann regnete es ein bisschen. Dann wieder Sonne. So blieb es bis Big Sur.
Fast die gesamte Strecke hatten wir schon in 2005 am Ende unserer Pazifik-Fahrt durchfahren. An manche Stellen konnten wir uns noch recht gut erinnern, an andere gar nicht mehr. An Hearst-Castle war die Erinnerung noch recht stark, auch wenn wir es damals nicht besichtigt hatten. Dennoch war unser Eindruck diesmal ein ganz anderer, da der Blick aus dem Auto ein ganz anderer ist, als auf dem Motorrad.
Nach dem Essen fing es richtig heftig an zu regnen. Blitz und Donner folgten, und Strom weg. Das hatten wir doch schon mal, auf unserer Fahrt durch den Yosemite Park. Da blieb allerdings der Strom die ganze Nacht bis in den späten Vormittag des nächsten Tages weg. Hier war es besser, nach einer ganzen Weile totaler Dunkelheit konnten wir wieder sehen.
Bilder vom Pazifik und Hearst Castle

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Gestrandet, aber die Tour geht weiter

19.04.
Nach unserem Frühstück nebenan im Bristol-Mart haben wir zunächst die deutsche Hotline der LH angerufen. Mit dem Erfolg, dass wir eine Bestätigung für unseren Rückflug am 26.04. bekommen haben. Frust, weil es solange bis zum Rückflug dauert, aber ein gewisse Beruhigung, dass wir einen sicheren Termin haben und nicht jeden Tag aufs Neue zum Flughafen müssen. Trotzdem haben wir einen Abstecher zum Flughafen gemacht und sind dort auf viele unzufriedene Reisende gestoßen. Unser Versuch, doch noch einen früheren Flug zu bekommen scheiterte komplett. Die mögliche Warteliste gilt nur für einen bestimmten Flug an einem bestimmten Tag, d.h. man muss sich zweimal am Tag am Checkin melden um alle Chancen an einem Tag auszunutzen.
Ein anderer Deutscher kommt seit mehreren Tagen immer morgens um sechs zum Schalter, nur um dann im Laufe des Tages zu erfahren „heute nicht“.
Als wir ihn und noch einige andere Kommentare in der Richtung gehört hatten, fühlten wir uns in unserer Entscheidung bestätigt, nicht gut, aber besser als die ständige Ungewissheit, nur ein Hotel in der Nähe des Flughafens für eine Nacht zu buchen, nichts anderes als auf einen sehr ungewissen Platz in einem Flugzeug zu warten.
So stand unsere Entscheidung fest, wir beginnen unseren „zweiten“ Urlaub. Jetzt nur noch den Mietwagen verlängern und dann nichts wie weg.
Am frühen Nachmittag waren wir wieder zurück in Redondo Beach und haben in unserem kleinen mexikanischen Imbiss einige Tacos con Carnitas gegessen. Maistortillas mit geschnetzeltem Fleisch mit einer grünen Chilisauce darüber, einfach lecker, ganz wie die in Mexiko.
Zu Hause angekommen ging die Planung wieder los, was ist in den verbleibenden sieben Tagen sinnvoll zu machen? Nach erstem Nachdenken, beachten von winterbedingt gesperrten Pässen, Meilen zählen, dachten wir uns, dass es gut möglich sei, die A1 an der Pacifik-Küste nordwärts bis San Francisco, dann nach Osten zum Lake Tahoe, nach Süden durch Le Vining, weiter zum Hubehebe-Crater und zu Scotties Castle, die wir ja ursprünglich beide besuchen wollten, noch einmal durch das Death Valley und wieder zurück nach L.A. nochmal 1.200 Meilen, aber leider diesmal nur mit unserer neuen Harley, einem Nissan Altera, mit vier Türen und Automatik.
Danach fühlten wir uns deutlich besser.
Gegen Abend sind wir noch mal zum Strand und haben nach einem kleinen Spaziergang den Sonnenuntergang bewundert, Pelikane fotografiert und den angehenden Abend genossen.
Ein Salat aus dem Bristol Mart zum Abendessen mit ein paar kleinen Leckereien nebenbei beruhigte uns dann für diesen Tag.
Bilder von Redondo Beach

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Redondo Beach

18.04.
Ein Blick aus dem Fenster, trüb, neblig und Ungewissheit, was passiert heute? Unsere Option ist warten.
Unsere erste Tat am Morgen war ein Bad im Pool, herrlich warm und anschließend im Whirlpool (Spa) richtig zum Aufwärmen. Dann ging’s zum Frühstück. Wir haben ein kleines Lokal, Tiffany, gefunden. Diesmal gab es Crépe Genereuse. Für Nicht-Gourmets, das ist ein Teiglappen, der ganz geschickt Rühreier, Käse und Spinat eingehüllt hat. Dazu etwas Salat und den üblichen Kaffee und O-Saft. So gestärkt haben wir uns leicht bekleidet, die Sonne hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen, an den Strand bewegt. Eine leichte Brise machte die Sonne recht erträglich, und so konnten wir wunderbar am Wasser den Strand entlang wandern. Die Wellen waren recht hoch, einige Wellensurfer versuchten ihr Glück, manche besser und manche kamen nicht aus der Bauchlage heraus. Einem Surfer entwischte das Board sogar ans Ufer, während er noch weit draußen mit einem Paddel(!) schwamm. Am Strand liefen sich die Wellen aus und hatten doch noch manchmal eine enorme Energie, was sich dann in nassen Hosenbeinen widerspiegelte.
So kamen wir an die Seebrücke mit vielen Verkaufsständen und einer immensen Menge an Restaurants aller Couleur. Das Angebot an Fisch überwog alle anderen, wen wundert’s. In langer Reihe an der Seeseite standen hunderte von Anglern. Die einen fingen massenweise Tang, die anderen hatten mehr Glück und holten eine Makrele nach der anderen heraus, manche sogar fünf auf einen Schlag. Am anderen Ende des Stegs war es weniger vornehm, dort lagen zwar einige kleinere Yachten, aber ebenso Boote, die Angelfahrten anboten, Glasbodenboote, Trampelboote, Kajaks usw. Und wieder Speiselokale. In einem Mex. Restaurant aß man einen Krabbencocktail, der mich recht nostalgisch an Mexiko erinnert hatte und so konnte ich nicht widerstehen. Bald standen schon ein großer Pokal mit riesigen Krabben in Tomatensauce mit Tomatenbröckchen, grünem Koriander, Zwiebeln, die üblichen Kracker und geröstete Maistortilla-Ecken mit roter Soße vor uns. Ein Pitcher Bier durfte natürlich nicht fehlen und so haben wir richtig geschlemmt.
Am Rückweg kamen wir an einem Schild „Open House“ vorbei und haben noch an einer Wohnungsbesichtigung teilgenommen. Wunderschön über dem Strand gelegen mit Blick auf das Meer, ein Wohn-Ess-Zimmer und darüber ein Schlafzimmer, komplett eingerichtet, nahe der Strandbrücke, aber uns mit knapp 700.000$ ein bisschen zu teuer für einen Urlaub.
Müde Rückkehr nach den vielen Strand-Meilen. Auf der Suche nach etwas essbaren sind wir auf einen riesigen Lebensmittelmarkt direkt neben unserem Hotel gestoßen. Von außen sah der „Bristol-Mart“ recht unscheinbar aus, aber im Inneren zeigte sich seine Vielfalt. Frühstückscafé, Mittagstheke, eine riesige Auswahl an Lebensmitteln. So haben wir dann unser Abendessen zusammengestellt, Sandwich mit Cesarsalat.
Am späteren Nachmittag wurde es recht kalt, weil ein heftiger Seewind wehte, der sich mit beginnender Dämmerung aber wieder legte.
Bilder von Redondo Beach

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