Von Tombstone nach Sonoita

10.04.
Heute Morgen haben wir etwas länger Zeit, unsere Tagesetappe beträgt nur ca. 40 Meilen. In Ruhe frühstücken im Longhorn. Noch einen abschließenden Bummel durch die noch ruhigen Straßen und dann gegen elf haben wir uns endlich losreißen können. Die Grenzkontrolle kurz nach Tombstone hat uns so in Anspruch genommen, dass wir die Abzweigung nach Sonoita verpasst haben. Wir wurden erst aufmerksam, als uns das Navi unbedingt auf Feldwege abbiegen lassen wollte. Ein klärender Blick auf die Karte zeigte dann, das Navi hatte zwar nicht recht, aber der Weg war dennoch falsch. Also U-Turn und von da an lief alles wie am Schnürchen. Wir haben uns dann noch einen kleinen Abstecher zu den Kartchner Caverns geleistet. Hier wurden nur geführte Touren angeboten. Beim Versuch eine Tour zu buchen, wurden wir dezent darauf hingewiesen, dass es sehr heiß in den Höhlen ist, mind. 80°F (27°C) und feucht. Das erschien uns in den Motorradklamotten zu viel und wir haben darauf verzichtet. Dafür haben wir uns einen Film von den Höhlen angesehen, die erst in 1978 entdeckt und erforscht wurden. Um sie zu schützen wurde die Umgebung in 1988 zum National Monument erklärt. Die Bilder zeigten ein Höhlensystem, das den Carlsbad Caverns sehr ähnlich ist. Die erstaunlichsten Tropfsteinformationen.
Weiter ging’s und eine gute halbe Stunde später erreichten wir die City-Grenze von Sonoita. Doch nun war guter Rat teuer, wo ist die Ranch, wo unser Hotel. Unsere erste Frage in der Tankstelle führte ins Leere. Dann in dem benachbarten Steakhaus gab es einen Plan und nach eingehender Diskussion der Angestellten untereinander haben wir eine sehr brauchbare Skizze vom Weg zur Ranch erhalten. Doch wie es auch immer ist, man unterschätzt die Entfernungen, und so sind wir erst einmal zu früh abgebogen, was unsere Temperatur und Körperfeuchtigkeit deutlich steigerte, da wir ein tüchtige Stück über einen mit dicken Kieseln locker aufgefüllten Weg mussten und dann auch wieder zurück.
Der zweite Versuch führte zum Erfolg, wir haben die Ranch gefunden, das letzte Stück wieder Teraceria, Feldweg. Leider war keiner da. Alle ausgeritten. Also wieder zurück, bis man einen Menschen trifft. Bei der Konkurrenz, im Sonoita Inn wusste man zwar nicht, wo unser Hotel war, aber man fand wenigstens eine Telefonnummer. Ein Anruf und wir erhielten eine Wegbeschreibung, leider nur in Amerikanisch, aber mit Entfernungsangaben, die sogar recht genau stimmten und einen Straßennamen, an dem wir abbiegen konnten. Wieder Feldweg, aber dieser führte zum Ziel, zur Hacienda Sonoita. Ein wunderschönes und ebenso reizend gelegenes Anwesen, in dem wir sehr familiär aufgenommen wurden und ein wunderschönes Zimmer erhalten haben.
Pause, draußen sitzen, in die Sonne und die weite Ebene um uns schauen und auf die Abendbrotzeit warten.
Dabei sah ich eine Straße, die mir deutlich näher erschien, als die gekommene. Bei, Weg zum Abendessen meinte ich, wir könnten ja diese benutzen. Also nichts wie getan, doch dann kam das böse Erwachen, fast erreicht, tat sich ein trockenes Flussbett vor uns auf mit steilen Ufern erst runter und dann wieder hoch. Das war uns zu viel, einen PickUp hatten wir den Weg zwar passieren sehen, aber nicht uns. Also wieder zurück, auf schmalem Feldweg wenden, inzwischen haben wir das ja gelernt, und zurück auf den Weg, den wir gekommen sind. Und was war, der Weg war auch nicht mehr so lang, wie auf der Hinfahrt. Ein Lokal im Ort war heute am Sonntag offen, das Steakhaus, dort haben wir ein wunderbar zartes Steak gegessen, ein Sonoita Strip, mit hausgemachten Fries und einem Salatteller mit eines Soße, wie hausgemacht.
Als wir fertig waren, war es schon dunkel, kein Licht auf der Straße. Man musste sogar das Schlüsselloch ertasten. Dafür aber einen Sternenhimmel, so hell und klar, den man in Deutschland kaum mal sieht. Kein Licht von einer Stadt oder ihren Abgasen störte. Wir konnten nicht glauben, wie viele Sterne man so sehen kann.
Zurück in unserem Hotel genossen wir die Ruhe, kein Laut war zu hören, nur im Hof das leise Plätschern des Brunnens.
Bilder von Kartchner Caverns und Hacienda Sonoita

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